Grenzabstände für Hecken

Thuja ist in Deutschland sehr beliebte Heckenpflanzen, da sie durch ihren Wuchs blick- und winddichte Hecken bilden, die eine erhebliche Höhe erreichen können. Gerade wegen dieser Eigenschaften entstehen immer wieder Streitigkeiten mit Nachbarn, die wegen Beeinträchtigungen, wie etwa Beschattung, vor Gericht einen möglichst großen Abstand von der Grundstücksgrenze oder eine Höhenbeschränkung fordern.

Deshalb sollte sich der Gartenbesitzer vor der Anpflanzung einer Thujahecke mit den rechtlichen Vorschriften vertraut machen, die im Nachbarschaftsrecht der Bundesländer festgelegt sind, wobei erhebliche Unterschiede von Land zu Land herrschen. Grundsätzlich gilt für alle Bundesländer, dass eine Hecke nach § 921 BGB als Grenzeinrichtung anzusehen ist. Der Nachbar kann ein Zurückschneiden der Hecke zwar verlangen, dies aber nicht eigenmächtig selbst vornehmen. Der Heckenbesitzer muss einen Rückschnitt auch nur außerhalb der Vegetationsperiode, also von Anfang Oktober bis Ende Februar, vornehmen.

Die Gesetzeslage – keine einheitliche Regelung der Bundesländer
Der Abstand wird von der Mitte jenes Triebes am Boden gemessen, welcher der Grundstücksgrenze am nächsten liegt. In den meisten Bundesländern liegt die Heckenhöhe, ab welcher sich die Grenzabstände ändern, bei 200 cm. Bei niedrigeren Thujahecken genügt fast überall ein Grenzabstand von 50 cm, bei höheren Hecken verlangen Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen einen Grenzabstand von 200 cm, während sich Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit 75 cm begnügen und Berlin 100 cm vorschreibt. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben die Grenzabstände zwischen 100 cm und bis zu 800 cm gestaffelt. Baden-Württemberg, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Thüringen haben die kompliziertesten Vorschriften, die unter dem Strich alle den Abstand auf etwa ein Drittel der Heckenhöhe festlegen. Die restlichen Bundesländer haben keine eigenen Vorschriften.