Der Thuja und seine Vermehrung

Die verschiedensten Sorten des Thuja können im Frühjahr oder Herbst zu meist recht günstigen Preisen in Baumschulen und Baumärkten als Containerpflanzen in mehreren Größen erworben werden. Wer große Mengen benötigt und etwas mehr Zeit hat, kann es jedoch auch selbst mit der Vermehrung versuchen. Diese erfolgt in Gärtnereien entweder aus den Samen oder aus Stecklingen, bei Zwergformen auch durch Veredelung auf Thuja occidentalis.

Bei der Vermehrung aus Stecklingen ist besonders bei den Säulenformen darauf zu achten, dass am besten nur die Spitzentriebe verwendet werden. Die Stecklinge sollten in der Zeit von Juni bis September geschnitten werden. Das zu verwendenden Substrat sollte zur Unterstützung einer schnellen Bewurzelung arm an Nährstoffen sein. Es gibt im Handel Stecklingssubstrate, deren Hauptbestandteile Ton, Rindenstücke und Torf sind. Soll ein Stecklingssubstrat selbst hergestellt werden, so wird dazu ein Gemenge aus Komposterde und Lauberde unter Zugabe von Sand verwendet, das vor der Aussaat keimfrei zu machen ist. Dies erfolgt in einem Erddämpfer, den es für Füllmengen ab 30 Liter im Handel gibt. Das Substrat muss etwa eine halbe Stunde bei Temperaturen von über 90° C gehalten werden. Nach dem Erkalten werden die Stecklinge möglichst flach in das Substrat gesteckt, um eine möglichst gute Sauerstoffzufuhr an die Schnittstelle zu gewährleisten. Nach dem Bewurzeln kann in ein nährstoffreicheres Substrat in Töpfe umgepflanzt werden, bis die Stecklinge schöne Wurzelballen ausgebildet haben.

Für die Vermehrung durch Samen werden die Zapfen im Herbst geerntet und trocken gelagert, wobei die kleinen Samen schon nach kurzer Zeit herausfallen. Zur Vermeidung von Pilzbefall sollte das Saatgut mit handelsüblichen Mitteln gebeizt werden. Im frühen Frühjahr erfolgt eine Stratifikation für die Dauer von vier bis sechs Wochen. Darunter versteht man eine Vorbehandlung des Saatgutes durch Einlagerung in einen Topf mit Torf-Sand-Gemisch, das ständig feucht gehalten und bei Temperaturen von 2° bis 8° C aufbewahrt werden muss. Dieses auch als "Kalt-Nass-Vorbehandlung" bekannte Verfahren kann im Kühlschrank oder im Freiland erfolgen, wobei das Saatgut allerdings nicht durchfrieren. Durch ständige Kontrolle kann dann der richtige Zeitpunkt für die Aussaat bestimmt werden: dieser ist gekommen, sobald sich die ersten Wurzelspitzen zeigen. Danach erfolgt die Aussaat entweder im Freiland oder unter Glas.